Der Beruf des Friseurs vereint vielseitige, kreative Aufgaben: Aus dem Friseurbesuch werden oft ein paar Stunden Wellness-Urlaub – von der Kopfmassage bis zum Styling des neuen Looks.
Höhlenmalereien lassen vermuten, dass Steinzeitmenschen schon vor ungefähr 25.000 Jahren ihre Barthaare bändigten – mit geschliffenen Steinen und Muscheln. Im Alten Ägypten gehörte die glatte Rasur ab etwa 4000 v. Chr. zum gepflegten Auftritt, und es entstanden die ersten Frisurmoden: Haare wurden mit Henna oder sogar Goldstaub gefärbt. Bei Griechen und Römern galt die wohlgeformte Frisur als Zeichen von Macht und Status – professionelle Perückenmacher schufen kunstvolle Zweitfrisuren mit Brenneisen, Spangen und Bändern.
Im Mittelalter versteckten Frauen ihr Haar unter Hauben, wohlhabende Herren ließen sich Wellen legen. Ihre Hochzeit erlebten Coiffeure und Perückenmacher im Barock und Rokoko: toupierte, aufgetürmte und weiß gepuderte Prachtfrisuren, Allongeperücken für die Herren.
Jahrhundertelang war der Barbier in der Badestube für Rasur und Haupthaar zuständig, während der Bader nebenbei Zähne zog und kleine Eingriffe vornahm. Wegen des Kontakts zu Kranken galten sie lange als „unehrlich“ – erst 1548 erkannte der Augsburger Reichstagsbeschluss den Beruf des Barbiers als ehrenhaft an. 1810 fiel der Zunftzwang, der Gewerbeschein für Friseure kam; 1872 entstand der erste zentrale Zusammenschluss deutscher Barbiere.
Heute vertritt der „Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks“ die Interessen der Branche in Politik und Wirtschaft – mit rund 270 Friseur-Innungen in allen Bundesländern. Die Innungen informieren über Neuerungen in Recht, Wirtschaft und Technik, bieten Seminare und unterstützen bei Betriebsfragen.
Die Friseur-Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und erfolgt meist im dualen System: Praxis im Ausbildungsbetrieb, dazu an ein bis zwei Tagen pro Woche Berufsschule – vom Aufbau des Haares über die Chemie des Färbens bis zu Buchführung, Fach-Englisch und Beratungsgesprächen. Nach anderthalb Jahren folgt der erste Teil der Gesellenprüfung, zum Ende der Lehrzeit der zweite.
Mit Realschulabschluss oder Abitur ist eine kürzere Ausbildung möglich; private Fachschulen bilden meist in zwei bis zweieinhalb Jahren aus. Danach lockt die Meisterprüfung – je nach Voll- oder Teilzeit noch einmal drei Monate bis zwei Jahre – als Voraussetzung für den eigenen Salon.
Friseure nehmen sehr gut wahr, ob der Kunde gerade Redebedarf hat, und haben ein offenes Ohr. Der Beruf braucht ein Gespür für Formen und Farben, Talent mit der Schere – und Freude am Menschen.
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